Schreiberei

Ich habe kürzlich ein Buch geschrieben; also ein Büchlein, ca. 120 Seiten, ein Essay oder eigentlich eher ein ADHSseay; über die Zukunft (nein, kleiner hatte ich es nicht). Ich glaube, es ist recht gut geworden, jedenfalls veröffentlicht der Dudenverlag das Buch, ohne dass ich ihn bedrohen oder erpressen musste. Hier ist ein One-Pager zum Buch. Und hier geht’s zu Amazon.

Ansonsten: Ich schreibe Drehbücher.

Inhalt eines Drehbuchs (Symbolbild)

Abgesehen von meiner Arbeit an fiktionalen und an dokumentarischen Filmen schreibe ich in letzter Zeit eher wenig, und das finde ich manchmal schade, aber nun.

Ich bin Spätentwickler. Meine ersten journalistischen Texte habe ich im Alter von 34 Jahren verfasst, publiziert wurden sie damals in der Debug , dem “Magazin für elektronische Lebensaspekte” (das im März 2014 sein Erscheinen einstellte. Schnief!).

Mit 38 Jahren machte ich dann den Journalismus zu meinem Hauptberuf und lebte fürderhin vom Output meiner Tastatur. Ich schrieb für die Frankfurter Rundschau, für Die Zeit, für brand eins und den Focus, für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, für heute.de und Spiegel Online, für Wired, die c’t und die Technology Review, für Neon und den Züricher Tagesanzeiger.

Immer gut für die Karriere als Journalist: Karos

Immer gut für die Karriere als Journalist: Karos

Genau genommen war der Dotcom-Crash 2000 mein Einstiegstor in den Journalismus. All die einstmaligen Jubel-Journalisten der “New Economy”, die sich und anderen die Taschen voll geschrieben hatten, waren auf einmal verschwunden. Viele dachten damals wohl, das Netz würde jetzt abgeschaltet oder mindestens entvölkert. Die Wirtschaftsjournalisten wollten seinerzeit vom Internet überhaupt nichts mehr wissen, die Feuilletonisten mochten es sowieso irgendwie noch nie, und die Tech-Journalisten schrieben lieber über Virenscanner und über Grafikkarten. Kurz: Es gab damals ein Vakuum in der Berichterstattung übers Digitale, einen riesigen weißen Fleck auf der journalistischen Landkarte, der “Netz und Gesellschaft” hieß. Gemeinsam mit einer überschaubaren Anzahl von Kollegen schrieb ich in den daurauffolgenden Jahren in diesem Flecken herum.

Über das Netz berichten (Symbolbild)

Über das Netz berichten (Symbolbild)

Über gesellschaftliche, politische und kulturelle Prozesse zu schreiben, die das Netz ins Rollen bringt, hat natürlich immer etwas Orakelhaftes, aber anders als in den siebziger Jahren, als die Zukunft noch aus fliegenden Autos und Siedlungen auf dem Mond bestand, findet die digitale Zukunft in vielen Lebensbereichen bereits in der Gegenwart statt. Es hängen quasi Zukunftszipfelchen in der Jetztzeit herum, oder um es mit William Gibson zu sagen: Die Zukunft ist bereits da, sie ist nur ungleichmäßig verteilt.

Zukunft in der Gegenwart: Social Driving (Sort of).

Von 2002 bis 2010 experimentierte ich mit diversen Blog-Formaten herum (zum Beispiel fürs Handelsblatt, oder für ZDFheute) die mittlerweile allesamt ins digitale Afterlife entschwunden sind. Ich weiß nicht, ob ich deswegen so häufig das Etikett “Blogger” angeklebt bekomme. Vermutlich ist es eher so, dass viele Menschen mit “Blogger” überhaupt nicht jemanden meinen, der ein Blog betreibt, sondern mit dieser Vokabel eher so etwas wie “Mensch aus dem Internet” benennen wollen, einen Netz-Fuzzi eben, ne Web-Type, einen Twitter-Heini, so was halt. Und ja: so was bin ich wohl. 🙂

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Autor: Mario Sixtus